WEG Steeler Str. 3xx, Essen

Eine Eigentümerin ruft an und beschwert sich darüber, dass aufgeplatzte Müllsäcke in der Hofeinfahrt liegen. Sie äußert den Verdacht, dass Mieter XYZ im Haus der Verursacher sein könnte. Da in dieser Hausgemeinschaft seit knapp einem Jahr der Hausfrieden durch besagte Mieter-Famile XYZ erheblich gestört ist, mache ich mich umgehend auf den Weg, um mir persönlich ein Bild vor Ort zu machen.

In der Tat liegen aufgeplatzte Müllsäcke in der Hofdurchfahrt und der Inhalt (Hausmüll und Babywindeln) gibt Anlass zur Vermutung, dass die vorgenannte Mieter XYZ der Verursacher sein könnte. Ich stelle die potentielle Verursacherin zur Rede und der Sachverhalt wurde zuerst geleugnet. Nachdem wir uns gemeinsam den Müllsackinhalt angeschaut haben, gab die Frau zu, dass es sich um ihre Müllsäcke handelte und versprach, den Müll zu entfernen.

Problem gelöst dachte ich und machte mich einmal vor Ort daran, eine leerstehende Wohnung in Augenschein zu nehmen. 10 Minuten später erhielt ich einen Anruf des Ehemannes der Mieterin „Alter Mann, leben Sie noch? Ich habe meiner Frau gesagt, dass sie Sie totschlagen soll„. Gleichzeitig gab es Geräusche im Treppenhaus und es wurde an die Tür geklopft. Die Mieterin XYZ steht vor der Tür und will mit einem Besenstiel auf mich einschlagen. Ich verschließe die Tür und rufe sofort die Polizei, die nach einigen Minuten eintrifft. Dann stelle ich Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung und Bedrohung.

Zurück im Büro erstelle und versende ich die Einladung zu einer außerordentlichen Eigentümerversammlung der WEG mit folgendem Tagesordnungspunkt:

  • Aussprache über Mieter XYZ hinsichtlich diverser Verstöße gegen die Gemeinschaftsordnung. Beschlussfassung über die Beauftragung eines Fachanwalts mit der Wahrnehmung der Interessen der Gemeinschaft mit der Zielsetzung, den störenden Mieter XYZ aus der Hausgemeinschaft zu entfernen.