Rechtsstreit (Aktenzeichen 1 S 57/15)

Im Rechtsstreit (Aktenzeichen 1 S 57/15) eines Wohnungseigentümers gegen die übrigen Eigentümer einer WEG hat das Landgericht Dortmund durch Urteil vom 20.05.2015 mit begrüßenswerter Klarheit festgestellt, das eine Abänderung der in der Teilungserklärung festgelegten Kostenverteilungsschlüssel nur durch Eintrag in das Grundbuch oder durch einen Beschluss der Eigentümerversammlung nach Maßgabe des § 16 Abs. 3 WEG erfolgen kann. Zugleich hat das Landgericht Dortmund die vom Amtsgericht Essen im Vorverfahren vertretene Ansicht verworfen, dass die Anwendung eines von der Teilungserklärung abweichenden Verteilungsschlüssels aufgrund einer langjährigen Übung gerechtfertigt sei. In der Praxis ergibt sich somit für WEG-Verwalter die Notwendigkeit die WEG-Abrechnung stringent an den Vorgaben der Teilungserklärung und der dokumentierten Beschlusslage auszurichten. Gleichzeitig sollte der WEG-Verwalter die Eigentümergemeinschaft dahingehend zu beraten, wie von der Teilungserklärung abweichende Verteilungsschlüssel rechtssicher beschlossen werden können. Andernfalls läuft die Eigentümergemeinschaft Gefahr, dass Eigentümer die Initiative ergreifen und Beschlüsse über Jahresabrechnungen mit geringem Aufwand erfolgreich anfechten.